Der Auslöser: Anfragen ohne belastbare Daten
Ein Türenhersteller mit 25 Mitarbeitern erhält pro Woche rund 60 Anfragen über das Kontaktformular. Nur etwa jede fünfte Nachricht nennt Türblattmaß, Zargenbreite, Öffnungsrichtung und gewünschte Montage. Der Rest bleibt bei „Bitte um Angebot“ stehen. Für den Vertrieb bedeutet das Rückfragen, Wartezeit und eine hohe Quote an Angeboten, die nie zu Aufträgen werden.
Die Ursache liegt selten beim Kunden. Die Website zeigt einen PDF-Katalog und ein Formular mit fünf Feldern; die eigentliche Entscheidung fällt im Telefonat. Das Ergebnis: Der Kunde liefert Informationen erst, wenn bereits ein Verkaufsmitarbeiter gebunden ist.
Warum ein PDF-Katalog das Problem verstärkt
Ein Katalog beschreibt Produkte, aber nicht die Einbausituation. Ob eine Tür in eine Trockenbauwand mit 12,5 mm Beplankung oder in eine tragende Mauerwerklaibung kommt, verändert Zargenwahl, Befestigung und Preis. Diese Unterscheidung geht in statischen Unterlagen unter.
Für den Betrieb entsteht so ein Kreislauf: Der Kunde fragt unvollständig an, der Vertrieb telefoniert nach, der Kunde verliert Zeit, und parallel sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Anfrage ein qualifiziertes Angebot wird. Nicht die Anzahl der Anfragen ist das Problem, sondern ihre Informationsdichte.
Twindor als geführte Konfigurationsstrecke
Die Idee hinter twindor ist, genau diese Lücke zu schließen: Der Interessent durchläuft eine geführte Strecke, in der Türtyp, Maß, Wandaufbau, Zarge, Beschlag und Montageort abgefragt werden. Jede Auswahl schränkt die folgenden Optionen ein; unplausible Kombinationen werden ausgeblendet.
Technisch entscheidend ist ein strukturiertes Datenmodell. Twindor muss nicht nur Varianten anzeigen, sondern Regeln abbilden: Eine Schiebetür in der Laibung benötigt andere Mindestmaße als eine Drehtür im Blockzarge. Diese Regeln gehören vor dem Design in die Datenbank, sonst entstehen im Frontend scheinbar freie Auswahlmöglichkeiten, die später manuell korrigiert werden müssen.
- Pflichtfelder: Maße, Öffnungsrichtung, Wandaufbau und Montageort.
- Preislogik: Aufpreise für Sondermaße und Beschläge werden direkt sichtbar.
- Übergabe: Die Konfiguration landet als strukturierter Datensatz im CRM, nicht als Freitext.
Das Ergebnis: bessere Angebote statt mehr Leads
Im beschriebenen Projekt sank die Zahl der Formularanfragen um etwa 30 Prozent. Gleichzeitig enthielten die verbleibenden Anfragen deutlich häufiger alle maßgeblichen Angaben. Der Vertrieb konnte Angebote ohne Rückruf erstellen; die Durchlaufzeit pro qualifiziertem Angebot verkürzte sich von mehreren Tagen auf einen Arbeitstag.
Die Grenze liegt bei Sonderfällen. Komplexe Altbausituationen, Brandschutzanforderungen oder individuelle Oberflächen lassen sich nicht vollständig in einen Konfigurator pressen. Twindor ersetzt deshalb kein Beratungsgespräch, sondern sortiert die Anfragen vor. Wer diese Trennung sauber zieht, gewinnt Zeit für die Fälle, die wirklich Beratung brauchen.